Verwackelt. Und trotzdem gelungen.
Ich verfluche diese Technik genauso, wie ich sie liebe.
Dieses Polaroid ist verwackelt. Mit meiner teuren Nikon wäre die Aufnahme vermutlich technisch perfekt geworden. Ich hätte mehr Kontrolle gehabt und ziemlich genau das Bild bekommen, das ich machen wollte.
Aber ich habe mich für Polaroid entschieden. Und auch vor diesem Bild halte ich diese Entscheidung für TWO WAYS OF BEING REAL für richtig.
Das heißt nicht, dass ich jedes verwackelte Foto zur Kunst erklären muss. Manchmal ärgere ich mich einfach, weil eine Aufnahme nicht so geworden ist, wie ich sie mir vorgestellt habe. Ich wollte dieses Bild nicht verwackeln. Die Unschärfe war keine Absicht.
Trotzdem finde ich das Ergebnis gelungen.
Die Lichter ziehen kleine Spuren, die Konturen werden weich. Das warme Licht und die Unschärfe geben dem Bild für mich etwas Malerisches. Ich schaue weniger auf einzelne Details und mehr auf die Stimmung. Es ist nicht das Bild, das ich geplant hatte. Aber es ist eines, bei dem ich hängen bleibe.
In die Serie wird diese Aufnahme nicht kommen. Sie deshalb einfach als Ausschuss beiseitezulegen, fühlt sich allerdings auch nicht richtig an. Ein Bild kann außerhalb einer Serie stehen und trotzdem einen eigenen Platz verdienen.
Vielleicht liegt genau darin etwas, das mich an Polaroid interessiert: Ich entscheide mich bewusst für eine Technik, deren Eigenheiten ich nicht immer willkommen heiße. Und manchmal überrascht mich ausgerechnet das Ergebnis, über das ich mich zuerst ärgere.
Vielleicht sollte aus diesem Bild also noch etwas anderes werden.
Was meint ihr: Sollte ich mehr daraus machen? Und was seht ihr darin?
pete john