Warum ich keine Menschen fotografiere
Es ist der Satz, mit dem ich jedes Gespräch über TWO WAYS OF BEING REAL beginne — und er ist wörtlich gemeint: Ich fotografiere keine Menschen. Ich schaffe eine Bühne, auf der sie sich selbst zeigen können.
Die Menschen in dieser Serie wählen ihren Ort, ihre Tätigkeit und ihre Worte selbst. Ich stehe auf der Schwelle und gebe der Situation die Form, in der sie sichtbar wird. Mehr nicht — und das ist schon sehr viel.
Jedes Werk besteht aus drei Teilen: einer analogen Polaroidserie, einem unbearbeiteten Ein-Minuten-Video und der persönlichen Aussage der porträtierten Person. Die Abfolge ist bewusst gewählt. Zuerst begegnest du dem Bild — wortlos — und beginnst zu urteilen. Dann verschiebt das Video deinen Blick. Zuletzt sprechen nicht meine Worte, sondern ihre.
Das eigentliche Werk entsteht dabei nicht auf der Bühne. Es entsteht in dir — in dem Moment, in dem du bemerkst, wie dein Urteil entstanden ist, und ob du bereit bist, es zu hinterfragen.
Die ersten Sessions laufen. In diesem Blog erzählen Steffi und ich, wie die Serie entsteht — von der Schwelle aus, versteht sich.