pete john · 18.09.2026Die ersten Drucke
Das Blatt steht halb im Gerät und bewegt sich nicht. Auf dem kleinen Display leuchten zwölf Balken nebeneinander, zwei davon mit einem Warnzeichen. Zwölf Tinten für ein Bild, das einmal aus einer einzigen Sofortbildkassette kam.
Was hier entsteht, ist nicht die Kopie eines Fotos. Es ist die Form, in der eine Achter-Sequenz überhaupt als Ganzes sichtbar wird. Acht Polaroids, jedes ein Einzelstück, das man nebeneinanderlegen muss, um zu begreifen, dass sie zusammengehören. Auf einem Blatt, in fester Folge gedruckt, werden sie ein Werk statt acht kleiner Bilder.
Der Drucker braucht dafür ein paar Minuten. Das ist der schnelle Teil.
Der langsame Teil liegt daneben und lässt sich nicht beschleunigen. Aus den Originalen entstehen gerade die Emulsionen: Die Bildschicht wird vom Träger gelöst und auf Aquarellpapier übertragen. Dabei verzieht sie sich, wirft Falten, reißt manchmal. Das ist kein Missgeschick, das ist das Verfahren. Jedes dieser Blätter existiert genau einmal, und keines sieht aus wie geplant. Wann sie fertig sind, entscheidet nicht mein Kalender.
Das Projekt läuft gerade in zwei Geschwindigkeiten. Die Drucke sind da. Die Unikate brauchen noch.
Die ersten Drucke kann man ab sofort erwerben. Es gibt dafür keinen Warenkorb und keinen Bestellknopf. Wer eines möchte, schreibt mir über die Serienseite, und ich entscheide, welches Exemplar an wen geht. Über Versand und Bezahlung sprechen wir danach. Ein Teil des Erlöses geht direkt an die Person, die auf den Bildern zu sehen ist.